In „Norddeutsches Requiem“ erzählt Jan Lederbogen im Rahmen einer Lesung sowie einer Foto-Ausstellung von einer Wanderung am Rande eines niedersächsischen Waldes. Das Werk ist gleichzeitig ein Nachdenken über das, was in der Zeit zwischen 1933 und 1945 in der Gegend zwischen Diepholz und Lemförde geschah.

Es geht um die „Machtergreifung“ 1933, den Zweiten Weltkrieg mit seinen Millionen von Toten und seinen unzähligen Kriegsgefangenen, um die jüdischen Mitbürger*innen, denen man Stück für Stück ihre Heimat nahm, um die Reichspogromnacht, die auch auf dem Lande in Norddeutschland stattfand und um die Flucht einiger weniger. Zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückgekommen, bleibt man vor allem ratlos. Da helfen auch Geschichten über einen leisen Widerstand nur wenig.

Mit seinen Fotografien und Texten gelingt es dem „Norddeutschen Requiem“, eine vergangene Welt erlebbar zu machen und Kontinuitäten aufzuzeigen. Das zugehörige Buch zur Lesung und Ausstellung wurde 2020 mit dem Deutschen Fotobuchpreis der Hochschule der Medien Stuttgart ausgezeichnet.

Die Ausstellung ist vom 16.3. – 30.4. im Foyer des Kulturhauses zu sehen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.

Wie lässt sich weitermachen? Diese Frage ist ein ständiger Begleiter im Arbeitsprozess des Künstlers Florian Wiese. Weniger als Suche nach einer Lösung für ein akutes Problem, sondern als Impulsgeber und Unterton für sein Schaffen. Auf den ersten Blick scheint die Frage überwiegend an den großen Wendepunkten im Leben aufzutauchen, also im Kontext großer Veränderungen. Sie lässt sich jedoch auch im alltäglichen Kontext stellen: als produktive Fragestellung, die eine Handlungsabsicht in sich trägt und dabei den derzeitigen Standpunkt reflektiert. Eine Frage zwischen Melancholie und Hoffnung, die nicht immer eine Antwort braucht.

Florian Wiese ist gelernter Feinwerkmechaniker und studierter Kulturwissenschaftler. Beide Bereiche gefielen ihm, aber die richtige Erfüllung fehlte – im Handwerk die geistige Arbeit, im Studium das Handwerkliche. Entsprechend leicht fiel es ihm nach dem Studium, beide Bereiche zu verbinden und Kunst zu machen. Seit 2019 arbeitet der Eidelstedter als Autodidakt in seinem WG-Zimmer und erschafft dort auf engstem Raum Formate von bis zu 10 x 2,5 Metern Größe. In seinen Bildern beschäftige er sich vor allem mit dem Menschlichen: Seien es Gefühle, unser Selbstbild oder die schlichte Suche nach dem was gut ist. Er arbeitet dazu mit gegenständlichen und abstrakten Feldern, wobei die Figur/der Körper im Mittelpunkte stehen.

Die Ausstellung „Weitermachen?“ findet vom 9.11. bis 31.12.2023 im Atrium des steeedt statt.

WG-Atelier Wiese

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